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Eine Kirche, die offen ist für alle Menschen und sie nicht diskriminiert, egal welchen Geschlechts, welcher Nationalität und Hautfarbe sie sind, welcher Gesellschaftsschicht oder welcher sexuellen Orientierung sie angehören ... So stellte sich Pastor Troy Perry ‘Kirche’ vor, als er am 6. August 1968 mit der Arbeit der ersten MCC-Gemeinde in Los Angeles begann.
MCC steht für "Metropolitan Community Church". Über die Gründung der MCC berichtet Troy Perry in seiner Autobiographie: "Weil er schwul ist, war er als Pastor entlassen und aus seiner Kirche ausgeschlossen worden." Doch er sah sich dem Evangelium verpflichtet und wollte Gemeinde bauen, die offen ist für alle Menschen - ohne Ausnahme. So gründete er draußen vor der Tür der etablierten Kirchen die erste MCC-Gemeinde. Entgegen den Erwartungen, Vorurteilen und Widerständen der Mitmenschen und anderer Kirchen wuchs die neue Kirche sehr schnell. In vielen anderen Städten wurden weitere MCC-Gemeinden gegründet, zu denen heute Hunderte von Lesben und Schwulen, Frauen und Männern gehören.
So unterschiedlich sich das Leben in den einzelnen Gemeinden auch gestaltete, waren sie sich doch alle gewiss, dass nichts und niemand sie von der Liebe Christi trennen konnte - auch nicht die Vorurteile ihrer Mitmenschen. Heute, mehr als 25 Jahre nach ihrer Gründung, setzt sich die "Universal Fellowship of Metropolitan Community Churches (UFMCC)" - der Weltbund aller MCC-Gemeinden - aus über 288 Gemeinden in über 15 Ländern zusammen.
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Von Anfang an schlug der MCC geballte Aggression entgegen: Viele ihrer Kirchen wurden in Brand gesteckt, entweiht oder zerstört. MCC-PastorInnen und Mitglieder wurden bedroht und zusammengeschlagen, den Gemeinden wurde es verwehrt, Räume für ihre Gottesdienste anzumieten.
All das geschah oft im Namen Jesu Christi. Ursache dieser Angriffe ist offensichtlich die bejahende Haltung der MCC zur Sexualität und somit auch zur Homosexualität. Denn an der Form, wie Gottesdienst gefeiert wird, oder an den Organisationsstrukturen kann es nicht liegen: Die UFMCC ist eine ökumenische Freikirche. Die Lehre und das Sakramentsverständnis unterscheiden sich im Grundsatz nicht von denen anderer christlicher Kirchen. Der Glaube basiert auf den grundlegenden Bekenntnissen der christlichen Kirchen, dem Apostolikum und dem Glaubensbekenntnis von Nicäa. Die MCC ist jedoch davon überzeugt, dass die gängige, traditionelle Interpretation der Heiligen Schrift - in ihrer Verdammung der Homosexualität - unhaltbar ist. Genauso wurde die Bibel lange Zeit dazu benutzt, um z.B. die Versklavung und Ausbeutung der Schwarzen zu legitimieren.
"Jetzt willst du bestimmt mehr über die MCC wissen... Dann komm mit!"
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Die theologischen Grundlagen der MCC haben sich von der Basis her in Diskussionen, Konferenzen und Hauskreisen gestaltet. Da diese theologischen Grundsätze nicht nur Theorie bleiben, sondern im aktiven Gemeindeleben in die Praxis umgesetzt werden, unterliegen sie ständiger Weiterentwicklung, wobei der zentrale Punkt ihrer Theologie bestehen bleibt:
Menschliches Leben, einschließlich der Sexualität, muss seine Mitte finden in der Beziehung zu Gott, durch den Glauben an Jesus Christus, in dem Gott Mensch wurde. Für die theologische Aus- und Weiterbildung ihrer PastorInnen und MitarbeiterInnen unterhält die MCC ein eigenständiges theologisches Seminar, das "Samaritan College".
Das Evangelium verstand die MCC von Anfang an jedoch nicht nur als Theologie, sondern im weitesten Sinne auch politisch und sozial. Gleiche Rechte für Lesben und Schwule, Abschaffung der Diskriminierung und Anerkennung der MCC von den etablierten Kirchen war das politische Hauptanliegen der MCC in den 60er und den 70er Jahren. Mit Demonstrationen, Protestzügen und Hungerstreiks wurde versucht, diese Ziele umzusetzen. Während in anderen christlichen Konfessionen immer noch erbitterte Auseinandersetzungen über die Stellung von Frauen in der Kirche geführt werden, arbeitet die MCC intensiv daran, jegliche Form von Sexismus aus ihrer Theologie, ihren Strukturen und ihrer Sprache zu entfernen.
Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Engagement der MCC über den Kampf für die Rechte von Lesben und Schwulen hinaus. So unterhält die MCC z.B. seit 1987 eine Klinik in Ezinachi, Nigeria. Eine ungeheure Herausforderung stellt die Immunschwächekrankheit AIDS für die MCC dar und wurde in den letzten Jahren ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit. Die Gemeinden tun, was sie können: Seelsorge, Einrichtung von Zentren für Betroffene, Betreuung Erkrankter, Selbsthilfegruppen, Benefizveranstaltungen, Aufklärungsarbeit und vieles mehr.
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Zu Anfang hätte es niemand für möglich gehalten, dass die MCC die Grenzen von Los Angeles überschreitet. Von dort kommt auch der Name: "Metropolitan" steht für die "metropolitan area", das Stadtgebiet von Los Angeles.
Aber inzwischen ist die MCC längst keine amerikanische Besonderheit mehr. Es gibt heute Gemeinden in Australien, Neuseeland, Japan, Indonesien, auf den Philippinen, in Nigeria, Südafrika, Argentinien, der Dominikanischen Republik, in Mittel- und Südamerika und Kanada. In Europa gibt es sie in Irland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Spanien und seit 1988 auch in Deutschland.
Die MCC gehört heute zu den Kirchen, die das rapideste Wachstum verzeichnen.
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