In unserer Gemeinde predigt nicht nur eineR, sondern mehrere Menschen teilen sich den Predigtdienst mit dem Pastor.
Das macht die Blickwinkel und Ansätze der Predigten vielfältig.
Inhalt:
▫ März 2012, Frieder
▫ Neujahr 2012, Thomas
▫ Februar 2011, Thomas
▫ Jahreslosung 2011, Eckhard
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Gottesdienst 27.03.2012
2. Korinther 6, 1-10
... aber ich glaube, das ist eine Haltung, die wir in jüngeren Jahren haben: 'Das Eigentliche muss erst noch kommen.'
Es kann doch nicht das, was jetzt ist, schon das Richtige sein. In älteren Jahren hat man das nicht, 'wo ich bin, ist es falsch', sondern 'wo ich bin ist es schon irgendwie richtig, aber die anderen sind alle falsch.' Das ist so eine klassische Alternativhaltung dazu.
Entweder ich müsste eigentlich ganz woanders sein, damit es richtig ist, oder alle anderen müssten anders sein, damit es endlich richtig ist.
Bei unserem heutigen Predigttext diesen kurzen Schlenker gemacht, damit wir nachvollziehen können worum es geht, der steht im 2. Korinther 6, 1-10 da heißt es:
Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, dass ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt:
Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. (-> Jesaja 49,8)
Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann.
In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last von durchwachten Nächten, durch Fasten, durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken, bei Ehrung und Schmähung, bei übler Nachrede und bei Lob.
Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende, und seht: wir leben; wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet; uns wird Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles.
... und haben doch alles - gegen unser Gefühl, dass es da, wo wir nicht sind, doch besser sein müsste, dass das Heil, die Erlösung Gottes eigentlich noch kommen müsste,
steht hier der Satz:
Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade, der Tag des Heils. Das heißt: Jetzt ist es schon passiert. In der systemischen Psychologie gibt es so eine gemeine Frage, die lautet:
Woran würdest du merken, dass es besser wird?
Übersetzt auf unsere Fragestellung heißt das:
Woran würdest du merken, dass das Heil da ist?
Die erste Antwort, die Paulus gibt, finde ich zumindest ziemlich enttäuschend. Er beschreibt sich selbst und er spricht ja davon: Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende, und seht: wir leben; wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet; uns wird Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts usw.
Da kommt das Gefühl: Ja was denn nun? Das ist eigentlich so nichts halbes und nichts ganzes. Wenn ich mir vorstellen würde, wie das Heil aussieht, dann wird man nicht mehr gezüchtigt, dann würde man nicht mehr als Betrüger angesehen, dann steht man unberührt, hat eine Ausstrahlung, die alle erfreut und nicht tägliches Leid und trotzdem fröhlich usw.
Und das ist so.
Also auf die Frage, woran man merkt, dass das Heil da ist, kann man nur sagen: eigentlich gar nicht.
Wir merken, dass das Heil da ist, nur weil es gesagt wird. Anders ist das nicht spürbar.
Spannend finde ich da eine Frage, um die sich Paulus überhaupt nicht schert. Bei ihm geht es nicht darum, wie merke ich das Heil, sondern das ist der Ausgangspunkt von dem er ausgeht:
Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils.
Da gibt es überhaupt kein vertun, und von da aus sagt er, seht zu, dass es nicht umsonst bei euch angekommen ist, nicht vergeblich war.
Ich gebe zu, dass ich gewisse Probleme hatte, nicht wegen des Textes, sondern wegen meiner persönlichen Geschichte.
Das gehört so zu den Schlüsselwörtern, die mich von Kindesbeinen an geprägt haben:
Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils.
Da zuckt man zusammen und versucht irgendwie gerecht zu werden. Ganz ... beim Lesen dieses Textes:
durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken.
Das könnte einen erstmal erschlagen. Was aber auffällt ist, dass ich als Einzelperson hier völlig aus dem Blick gerate.
Es geht nicht darum, woran wir wissen, dass wir gerettet sind, sondern es geht um den Blick auf die anderen Menschen. Es geht darum, dass wir denen gegenüber lautere Gesinnung, also Ehrlichkeit verwirklichen. Es geht darum, dass wir gucken, was denen gut tut.
Es geht darum, um Langmut und Geduld. Es geht darum, dass wir denen gegenüber gütig sind. Also es geht überhaupt nicht mehr um uns, sondern es geht um unseren Blick auf die andern.
Falls die Frage aufkommt, woran merke ich eigentlich, dass die Zeit der Gnade da ist, woran merke ich eigentlich, dass der Tag des Heils da ist, dann weil wir auf die anderen blicken können, weil wir uns keine Sorgen mehr machen müssen. Wir müssen nicht mehr hoffen auf das, was eigentlich kommen müsste, sondern wissen, es ist schon da. Gott hat es schon bezahlt.
Wir brauchen nicht mehr nach unserer Mitte zu suchen, wir brauchen uns nicht mehr zu verwirklichen, wir brauchen nicht mehr sicher zu stellen, dass wir als Einzelne ohne Bedrohung unser Leben leben.
Amen
© Frieder Hentzelt 2012
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Gottesdienst 01.01.2012
1.Mose 32, 23-32
Mitten in der Nacht stand Jakob auf und nahm seine beiden Frauen und die beiden Nebenfrauen und seine elf Söhne und brachte sie an einer seichten Stelle über den Jabbok; auch alle seine Herden brachte er über den Fluss. Nur er allein blieb zurück. Da trat ihm ein Mann entgegen und rang mit ihm bis zum Morgengrauen. Als der andere sah, dass sich Jakob nicht niederringen ließ, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte.
Dann sagte er zu Jakob: »Lass mich los; es wird schon Tag!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!«
»Wie heißt du?«, fragte der andere, und als Jakob seinen Namen nannte, sagte er: »Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, du sollst Israel heißen! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt.«
Jakob bat ihn: »Sag mir doch deinen Namen!« Aber er sagte nur: »Warum fragst du?«, und segnete ihn.
Ich habe Gott von Angesicht gesehen«, rief Jakob, »und ich lebe noch!« Darum nannte er den Ort Penuël. Als Jakob den Schauplatz verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.
Übergänge sind ja kitzlige Punkte. An so Übergangspunkten hat man Etappen hinter sich, die zu Ende sind, aber oft noch nicht abgeschlossen. Und man hat Herausforderungen vor sich, von denen man Null Ahnung hat, ob man ihnen gewachsen ist oder nicht. Man blickt zurück und fragt sich, wie die Bilanz der vergangenen Zeit ausfällt. Und wie positiv, ermutigend für die Zukunft oder negativ entmutigend wird unsere Bilanz ausfallen? Doch ganz gleich, wie das Ergebnis unserer Rückschau ausfällt, an so einem Übergangspunkt, müssen wir erstmal vorwärts. Und ob unsere Bilanzen uns nun Mut oder Angst machen, die Herausforderungen vor uns liegen so oder so im Dunkel. Und ob wir ihnen ängstlich oder mutig begegnen, ob wir sie wuppen werden, weiß am Übergangspunkt niemand…
So ähnlich funktionieren auch die Übergänge von einem Jahr ins andere. Wir schauen zurück, sind uns unklar, ob und wie uns die Erfahrungen des vergangenen Jahres in die Zukunft helfen werden. Doch es hilft nix, das neue Jahr ist so oder so angebrochen. Der Übergang geschieht so oder so, ganz gleich wie mutig oder ängstlich wir ihn gehen. Und was kommt, liegt im Dunkel. Niemand kann uns heute Garantien dafür geben, wie uns der Jahreswechsel 2012/13 vorfinden wird.
An so einem Übergangspunkt begegnen wir Jakob und einer meiner absoluten Lieblingsbibelstellen. Wir haben sie gerade gehört.
Zur Vorgeschichte dieser Übergangsgeschichte gehört, dass dieser Jakob eine überaus schillernde Figur war: Der Stammvater des Gottesvolk Israel. Also durchaus von Gott berührt, mit Gott in Kontakt und damit eine Vorbild- und Modellfigur. Auf der anderen Seite war der so dermaßen gewitzt, so gerissen, dass sich der Begriff Gauner nahe legt, wenn man über Jakob erzählen will. Seine Gerissenheit hat ihm Erfolg und Reichtum beschert, ihm aber auch enorme Feindschaft eingetragen.
Die letzten 20 Jahre hatte er mit der Sippe seines Schwiegervaters zusammen gelebt. Doch nun, ist das Verhältnis zu dieser Familie so dermaßen zerrüttet, dass er da weg muss. Es hilft alles nichts, er muss da weg. Bedeutet: Zurück zu seiner Herkunftsfamilie. Doch vor denen, vor allem vor seinem Bruder Esau, war er ja vor 20 Jahren geflüchtet. Von wegen zerrüttete Verhältnisse: Den ersten Baustein für sein aktuelles Vermögen hatte er sich erarbeitet, indem er seinen Bruder um dessen Erbe betrogen hatte. Der hatte damals geschäumt vor Wut.
Nun muss er zu dem zurück. Er hat keine Ahnung, was ihn da erwartet. Das liegt im Dunkel. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass ihn Kampf und Ärger erwarten ist sehr groß. Und diese Vermutung scheint sich zu bestätigen, als Späher ihm berichten, dass sein Bruder ihm zusammen mit bewaffneten Freunden entgegen reitet. Das Zusammentreffen von Jakobs Karawane mit Esaus Trupp wird an der Furt des Flusses Jabbok erwartet.
Ich habe mir neulich mal erzählen lassen, dass dieser Punkt der Begegnung eine canyonartige Schlucht ist. Was für eine passende Landschaft, um so einen kritischen Übergangspunkt zu markieren. Hier nicht zwischen zwei Jahren, sondern der Übergang zwischen einer Welt, in der Jakob nicht mehr leben kann und einer anderen, in der er aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht leben kann.
Was tun? Jakob ist gewitzt genug, um diesen Übergang perfekt vorzubereiten. Er schickt seine üppigen Herden, seinen Reichtum, genial gestaffelt, in kleinen Gruppen über den Jabbok, seinem Bruder entgegen. Und er lässt diese Teilmengen seiner Herde seinem Bruder als Geschenke anbieten, zur Besänftigung. Kaum hat der das eine Geschenk verdaut, kommt das nächste. Schlau.
Es macht Sinn, Übergänge und das Leben überhaupt, so gut wir’s können zu planen und uns auf Ungewissheiten einzurichten. Das hat Jakob getan, nach besten Wissen und Gewissen. Das war arbeitsintensiv und anstrengend gewesen. Nun ist die letzte Nacht vor dem Showdown mit Esau angebrochen. Er sitzt allein im Canyon des Jabbok. Sein Plan ist umgesetzt. Er hat keine Ahnung, ob er aufgehen wird oder nicht. Nun ist sein Punkt des Übergangs da. Morgen früh wird er seinem Bruder begegnen. Er kann nichts mehr tun, um seinen Plan zu ändern, aufzuhalten oder umzukehren. Er kann nur noch hoffen, dass alles klappt und dass er morgen fit ist, um seinem Bruder gut zu begegnen. Und dass der ihn und seine Familie künftig im Frieden in seiner Sippe leben lässt. Und nun wäre es gut, noch ein bisschen zu schlafen, ein wenig entspannen zu können.
Just in dieser alles entscheidenden Nacht, just an diesem kritischen Punkt begegnet ihm… ja, wer oder was begegnet ihm da eigentlich? Keine Ahnung. Irgendwas oder irgendwer taucht da auf jeden Fall aus dem Dunkel der Nacht auf und fängt eine Schlägerei mit Jakob an.
Das darf doch wohl nicht wahr sein. Und ist doch typisch: Man kann noch so perfekt vorbereitet sein und noch so toll geplant haben, aus den idiotischsten, aus absolut nicht vorhersehbaren Ecken, muss irgendwas kommen, was einem alles versaut. Und sei es irgendein Blödmann, der nachts aus dem Dunkel auftauchen und sich mit Jakob prügeln muss.
Wenn wir nun glauben, dass Gott es gut mit uns meint, wenn wir hoffen, dass Gott Gutes mit unserm Leben vorhat, dann sind so was natürlich Punkte, an denen wir ins Rotieren kommen. Warum geschieht so was? Warum lässt Gott so was zu? Am Anfang des Jahres sind wir mit der Jahreslosung aus dem Rm ermutigt worden, uns nicht – passiv - vom Bösen überwinden zu lassen, sondern selbst – aktiv - zu überwinden, Böses mit Gutem. Wie war das bei uns im vergangenen Jahr? Haben wir solche Erfahrungen gemacht, dass da von Gott her Kraft des Guten mit uns war, die uns geholfen hat, aktiv zu überwinden, Böses mit Gutem?
Oder waren unsere Erfahrungen 2011 eher wie die des Jakob - irgendein Mist muss immer passieren, der einem Leben versaut? Und haben uns solche Erfahrungen eher zu der Einschätzung geführt, dass das mit Gottes Kraft zum Überwinden eher nix ist?
Wobei… das ist nicht Jakobs Schlussfolgerung. Der macht etwas anderes. Etwas völlig atemberaubendes: Er kämpft mit diesem Typen und sagt gleichzeitig, das ist Gott, mit dem er da kämpft. Er koppelt sein Ergehen und Gott nicht voneinander ab. Er sagt nicht: Gutes kommt von Gott, und Schlechtes kommt von sonst wo. Seine Haltung ist nicht: Ich danke Gott für das Positive, was mir widerfährt, doch wenn das Negative überhand nimmt, dann kommt mein Vertrauen zu Gott ins Rutschen. Genau das tut Jakob nicht.
Stattdessen nimmt Jakob in Anspruch, dass Gott es gut mit ihm meint, so oder so. Also nimmt er Gutes und Schlechtes als von Gott gegeben an. Aber dies geschieht nicht duckmäuserisch, nicht kriecherisch demütig. Das Schlechte als von Gott gegeben anzunehmen, heißt ja noch lange nicht, es klasse zu finden. Jakob kämpft mit Gott. Auch das Negative als von Gott gegeben wahrzunehmen, bedeutet für Jakob, er kämpft das mit Gott durch, und kommt dabei zu diesem atemberaubenden Satz… Man muss sich das mal vorstellen. Diese Idee: Jakob kämpft die ganze Nacht mit Gott durch. Und schließlich geht Gott die Puste aus. Und Gott bittet Jakob, ihn gehen zu lassen. Jakobs Antwort: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
Und Gott segnet ihn. Jakob verlässt den Kampfplatz beim Aufgang der Sonne im Bewusstsein, in dieser grausigen Nacht trotz allem mit Gott zu tun gehabt zu haben. Die Nacht war fürchterlich. Jakob kommt auch nicht ohne Blessuren aus der Nacht. Er humpelt aus dieser Nacht heraus. Doch diese Nacht hat ihn nicht von Gott getrennt. Im Gegenteil, nie war er Gott näher gewesen. Er war Gott so nah in dieser Nacht und ist so gesegnet, dass er nun einen neuen Namen braucht, um diese Begegnung in seinem Leben reflektieren zu lassen. Er heißt jetzt Israel.
In unserm Leben können Dinge schief gehen. Übergänge bieten immer auch die Möglichkeit, uns auf schwierige, nur mühsam oder gar nicht gangbare Wege zu setzen. Ja, da ist möglich. Doch Jakob sagt uns, dass es Gott ist, der uns an Übergängen begegnet. Nicht immer verständlich, nicht immer akzeptabel. Doch es ist Gott, der uns da begegnet und damit ist es Liebe, auch wenn uns das nicht jederzeit offensichtlich oder begreifbar ist. Wenn wir daran festhalten können, wenn wir das hinkriegen, uns auch im Negativen an Gott festzuhalten, dann kriegen wir klarer, wie unumstößlich das ist, dass Gott es gut mit uns meint.
Und es mag uns gefallen oder nicht, doch es ist Realität: Das Leben lässt niemand unbeschädigt. Wir kommen so oder nicht ungeschoren, unverletzt, unbeschädigt aus allen Situationen unseres Lebens. Aber wenn wir Jakobs Beispiel folgen, kommen wir zumindest mit Gott aus schwierigen Situationen unseres Lebens.
Es bleibt dabei, es gilt, Gott meint es gut mit uns. So gilt auch: Gott wartet am Übergang von 2011 auf 2012 auf uns.
Dies ist keine Gewähr dafür, dass 2012 alles glatt geht. Aber wir haben die Gewähr, dass wir 2012 nicht allein sind. Dass Gott bei uns bleibt. Wir werden es realisieren, wenn wir an Gott festhalten, auch wenn es manchmal bedeutet, mit Gott zu kämpfen.
Amen
© Thomas Friedhoff
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Februar 2011
Gottesdienst 6.2.11
2.Korinther 12,5-10
Ich muss diese Predigt mit einem sehr peinlichen Geständnis beginnen: Ich habe nämlich Dschungelcamp geguckt. Ich oute mich hiermit: Ich habe meinen niedersten Instinkten freien Lauf gelassen und habe mich großartig dabei amüsiert, wie sich ein paar ziemlich alberne Leute vor Fernsehkameras zum absoluten Affen gemacht haben. Ich konnte dabei zugucken, und das war ganz toll.
Es soll jetzt aber nicht mit meinen niederen Instinkten weitergehen, sondern mit was anderem, was mir bei dem Dschungelcamp aufgefallen war. Um das zu beschreiben, müssten wir das Camp eben noch mal verlassen und zum Kontrastprogramm ein paar Jahr zurück gehen: Zu meinen Zeiten nämlich, also vor langen Jahren, als ich noch ungefähr so jung war, wie die meisten DschungelcamperInnen, da war das so, dass die meisten Menschen glaubten, was sie sahen und damit basta. Die Mehrheit der Menschen glaubte gar nichts und verstand sich völlig selbstverständlich als atheistisch. Daneben gab es eine verschwindend kleine Minderheit, die glaubte was. Das waren so ein paar SpinnerInnen wie wir. Aber was diese SpinnerInnen glaubten, das war von vornherein lächerlich und das interessierte auch niemand.
Und das war in dem Dschungelcamp jetzt völlig anders. Vor allem in den ersten Tagen wurde das deutlich. Da waren das noch ziemlich viele Menschen, die sich vor den Kameras drängelten, um auf sich aufmerksam zu machen: Die meditierten und beten dauernd. Die erzählten krauses Zeugs davon wie sie an Widerständen spirituell wuchsen. Die hatten‘s mit dem Universum, mit Energien und Kräften… Einer hatte im Camp Meditieren gelernt. Keine Ahnung wann, wo und wie. Auf jeden Fall ging’s ihm irgendwann mal richtig schlecht im Dschungel. Alle anderen waren böse auf den armen Kerl. Und dann setzte der sich für 3 Minuten vor die Kameras, in so einer schicken Yoga-Pose, und meditierte. Und was soll ich Euch sagen? Danach war er wie neugeboren! Oder eine andere wurde dabei gefilmt, wie sie abends in ihrer Hängematte lag und betete. Und dazu befragt, sagte sie, sie würde abends immer beten. Dabei würde sie all ihren Lieben Kraft spenden und sie würde erleben, wie ihr Kraft zufließt. Und das wäre ganz toll. Blöd war bloß, dass diese abendliche Haltung der Betenden so gar nicht zu ihrer Tagespose passte. Da drängelte sie sich nämlich die ganze Zeit mit so grässlichen Zoten und einem superpeinlichen sexualisierten Gehabe nach vorn.
Ich denke ja, dass ein Sich-Einlassen auf Religiöses – und ich will das jetzt gar nicht einengen auf Christlich-Religiöses, sondern dass jede Beschäftigung mit Religiösem, ganz gleich mit welcher Sorte - den Menschen öffnet. Wenn eine Religiosität sonst nichts bewirkt, aber das ist das Minimum, was sie immer bewirkt, dass der/die Glaubende sich öffnet, für etwas Göttliches und damit auch für die Menschen und die Welt um ihn/sie herum.
Und das war bei diesen DschungelcamperInnen deutlich anders. JedeR dieser „Stars“ war ein komplett in sich geschlossenes Universum. Jedes dieser Universen dreht sich ausschließlich um sich selbst. Und jedes dieser Universen wollte das schönste, großartigste und einzigste sein. Und da war nichts, aber auch gar nichts offen dafür, dass es außerhalb des eigenen Kosmos auch noch was anderes geben könnte. Andere Menschen oder eine Welt oder so. Die gab es höchstens, um das eigene Universum damit zu dekorieren, oder um sich darin zu spiegeln. Aber einen eigenen Wert in sich hatte nichts und niemand außer Ich, Ich, Ich und nochmals Ich.
Und dieses spirituelle Gedöns mit dem die Leute da jonglierten, das hatte keine religiöse Dimension des Sich-Öffnens, sondern das war Schmiermittel, um das eigene Universum flott zu halten. Per Meditieren wurden die Drehzahlen der Planeten im Ich-Kosmos angekurbelt. Das Beten steigerte die Leuchtkraft der Sonnen, die mich in meinem Universum beschienen. Aber geöffnet hat das alles nix.
Es gab manchmal so ein paar Momente, wo meine Schadenfreude über diese Dschungelstars so ein bisschen nachließ, und dann haben die mir beinah leid getan. Vor allem auch, als ich kapierte, dass die -zugespitzt, karikiert, überzeichnet zwar, aber trotzdem - darstellten unter welchem Druck und Stress wir alle stehen. Genau wie die, stehen wir alle ja unter dem Druck, dass wir funktionieren müssen. Wir müssen so gesund wie möglich sein, damit unsere Arbeitskraft uns die Brötchen einspielt, die wir brauchen. Wir müssen in sozialen Zusammenhängen funktionieren, wir müssen dauernd dazu lernen, wir müssen möglichst jung und schön sein, wir müssen, wir müssen, wir müssen… Und nun kommt noch was, und die turnten das vor: Die mussten immer gut drauf sein. Die mussten Optimismus ausstrahlen. So wie diese FDP-Frau auf den Wahlplakaten. Die sollen wir ja auch nicht wählen, weil sie politisch irgendwas kann oder will. Sondern die denkt und handelt positiv. Die ist so toll optimistisch, und deshalb sollen wir die wählen. Wer heute etwas werden will, ob im Dschungel, im Wahlkampf oder wo auch immer, der/die muss Optimismus ausstrahlen. Wer was werden will, der/die muss ganzheitlich und optimistisch in sich ruhen und dabei strahlen.
Wer soll sich unter all diesen Ansprüchen noch für irgendwas öffnen können? Das geht doch gar nicht. Dementsprechend hat diese Dschungelspiritualität auch nichts mit Glauben oder Religiosität zu tun. Sondern die ist Hilfsmittel, das ich dringend brauche, um mein geschlossenes Universum auf Vordermann, am Laufen und am Glänzen zu halten. Wenn’s dazu hilft, dass ich gut drauf bin, erfolgreich, strahlend und optimistisch, dann meditiere oder bete ich eben. Hauptsache es hilft. Denn wenn ich Schwäche zeige, meinem Optimismus die Puste ausgeht, wenn ich nicht mehr strahle, dann bin ich schneller weg vom Fenster, als ich piep sagen kann. Dann lieber beten…
Von dem Kontrastprogramm dazu haben wir gerade in dem Paulustext gehört, und ich habe letzte Woche in einem Artikel von Fulbert Steffensky was dazu gelesen. Der hat was sehr Tolles zu diesem Thema gesagt, und ich möchte Euch gern was davon weitergeben. Fulbert Steffensky war mal Benediktiner-Mönch, bis er in die Evangelische Kirche übertrat. Er war dann lange Zeit Professor für Religionspädagogik hier in HH und war mit der Theologin Dorothee Sölle verheiratet. Vor allem aber hat er in den vergangenen Jahren ein paar sehr spannende Bücher über Spiritualität geschrieben.
Und Fulbert Steffensky und Paulus sind sich einig in ihrer Vorstellung von Spiritualität, dass die eben kein Hilfsmittel und keine Technik ist, um uns zu irgendeiner Ganzheitlichkeit, zum Erfolg, zum Optimismus zu führen. Im Gegenteil: Was wir glauben, befähigt uns, uns unsere Bedürftigkeit, unsere Gebrochenheit, unsere Schwäche, unsere Armut einzugestehen. Wir sind gebrochen, und wir dürfen gebrochen sein. Wir müssen uns nicht in uns selbst erfüllen. Was wir glauben, bringt uns mit Gott als Gegenüber in Kontakt. Ganzheit und Erfüllung müssen wir nicht in uns selbst zustande kriegen, sondern Ganzheit ist uns da verheißen, wo unsere Schwachheit und Gebrochenheit dem liebenden Gott begegnet. Wir können arm, gebrochen und bedürftig sein; denn „der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben“, wie es z.B. im Ps 34,19 heißt.
Herr Steffensky formuliert das so: „Es ist mir erlaubt, ein bedürftiges Wesen zu sein. Das, wovon wir eigentlich leben, können wir nicht herstellen: nicht die Liebe, nicht die Freundschaft, nicht die Vergebung, nicht die eigene Ganzheit und Unversehrtheit. Ich kann Fragment sein, und ich brauche mich nicht in der Jagd nach meiner eigenen Ganzheit zu erschöpfen… Gegen die Chaosängste alter Zeiten gab es den Glauben, dass Gott das Zerbrochene ansieht und sich dem Zersplitterten zuneigt. Man war also nicht völlig auf die eigene Ganzheit angewiesen. Die Ganzheitszwänge steigen da, wo der Glaube schwindet. Wer an Gott glaubt, braucht nicht Gott zu sein und Gott zu spielen. Er muss nicht der Gesündeste, der Stärkste, der Schönste, der Erfolgreichste sein. Er ist nicht gezwungen, völliger Souverän seines eigenen Lebens zu sein. Wo aber der Glaube zerbricht, da ist dem Menschen die nicht zu tragende Last der Verantwortung für die eigene Ganzheit auferlegt. Es wächst ein merkwürdiges neues Leiden, das durch überhöhte Erwartung an das Leben und … an sich selbst entsteht. Mein Körper soll fit sein bis ins hohe Alter, mein Aussehen schön. Mein Beruf soll mich erfüllen. Gegen den Totalitätsterror möchte ich die gelungene Halbheit loben. Die Süße und die Schönheit des Lebens liegen am Ende nicht im vollkommenen Gelingen und in der Ganzheit.“
Lasst und das doch mal auf der Zunge zergehen: Im Gegensatz zu allem Ganzheitsterror, im Gegensatz zu diesem Zwang, immer optimistisch und gut drauf sein müssen, ist uns gesagt:
Wir müssen nicht in uns selbst ganzheitlich, erfüllt und komplett sein, denn uns steht ein liebender Gott gegenüber. Ganzheit erfüllt sich nicht in uns, sondern kann in Begegnung mit Gott geschehen. Und das andere: Unser Glaube muss nicht so eine Art Kraft des positiven Denkens sein. Wir glauben uns die Welt solange schön und hübschen sie durch unseren Optimismus auf, bis sie erträglich wird. So nicht, sondern wir dürfen Angst haben, wir können befürchten und wir können pessimistisch sein, ohne dass unsere Unfähigkeit positiv zu sein, irgendwelche kosmischen Prozesse lahmlegt oder so. Denn die kosmischen Prozesse macht Gott und sonst niemand. Und durch unsern Glauben ist uns Zugang zu diesem Gott und seiner Liebe und zu den Menschen um uns herum geschenkt.
Hätten die DchungelcamperInnen sowas gelebt, wäre das natürlich grottenlangweilig geworden, für so schadenfreudige und niederträchtige Zuschauer wie mich. Für sie selbst wäre das klasse gewesen, sich ihrer eigenen Bedürftigkeit und Gebrochenheit zu stellen, sich füreinander oder vielleicht sogar für Gott zu öffnen und Schritte zur Ganzwerdung im Kontakt mit Gott und Menschen als Gegenübern zu erleben. Der Unterhaltungswert dessen wäre natürlich gleich Null gewesen, also hätten sie Ärger gekriegt. Aber wir, wir müssen ja niemand unterhalten. Wir könnten uns das gönnen, wenn wir wollten:
Unsere Bedürftigkeit und Armut annehmen, sie vor Gott und einander öffnen. Kein Optimismus- und Positiv-denken-Stress. Keine Ganzheit in uns selbst erzwingen, sondern auf das hoffen, was in Begegnung mit Gott und Menschen entsteht. Wir könnten das tun, niemand würde uns daran hindern.
Amen
© Thomas Friedhoff, Februar 2011
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Jahreslosung 2011
Gottesdienst der Basisgemeinde/MCC Hamburg am 2. Januar 2011
„…sondern überwinde das Böse mit Gutem“
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“. (Römer 12, 21)
Wir haben vorhin einen Auszug aus einem Brief von Paulus an die christliche Gemeinde in Rom gehört. Es sind Empfehlungen für das gedeihliche Zusammenleben in einer Gemeinschaft, in einer Gemeinde. Wir können und sollen diese Empfehlungen ja auch gern auf unsere Gemeinde bzw. unser Zusammenleben mit vielen anderen Menschen verstehen. In diesem Text tauchte dann ganz am Ende auch unsere Jahreslosung auf: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Was Paulus da von uns fordert, ist ja eigentlich eine ganz klare Ansage. Wir verstehen das und sehen es ein. Man muss dafür nicht mal christlichen Glaubens sein. Das sind ethische Grundforderungen an alle Menschen, die ein friedliches Zusammenleben ermöglichen.
Doch, lieber Paulus: Du hast ja leicht reden. Manche Leute sind eben einfach böse, bei denen will ich gar nichts mit Gutem überwinden. Wir könnten sicher alle solche Menschen aus unserem Umfeld nennen. Diese blöden Nachbarn, meine egoistische Kollegin, dieser XY aus der Gemeinde, der mich immer nur links liegen lässt… Und wodurch unterscheidet sich die Aufforderung des Paulus von irgendwelchen anderen moralischen Appellen?
In der Tat: Wenn das so einfach wäre und automatisch funktionieren würde, müssten die Menschen in den Gemeinden damals und wir heute nicht immer
wieder daran erinnert werden. Paulus spricht die Gemeinde in Rom zu Beginn
seines Briefes als Heilige an. Ihr seid heilig - das heißt: ihr gehört Gott – mit euren Gaben und Abgründen. Paulus weiß, wie gefährdet auch Christinnen und Christen sind – nicht nur durch Angriffe und Verfolgungen von außen, sondern auch durch Angriffe von innen. Wir kennen das doch auch aus unseren eigenen Kreisen: Uneinigkeit, Überheblichkeit und Lieblosigkeit sind tödlich für das mitmenschliche Zusammenleben.
Was meint Paulus, wenn er vom Bösen spricht? Ich meine, er meint nicht
nur kleine Pannen und schlechte Umgangsformen. Er spricht vom Bösen als einer Macht, die unser Leben belastet, indem sie Beziehungen zerstört. Unsere persönliche Beziehung zu Gott und die zu unseren Mitmenschen.
Ja, wir Menschen sind schon seltsame Heilige, die wir zwar möglicherweise an Gott glauben, aber doch so fehlbar, fehlerhaft und anfällig sind, dass wir immer wieder zu bösen Handlungen und zu bösem Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber neigen. Doch trotzdem hält Gott zu uns, auch wenn das Böse immer wieder auf fruchtbaren Boden bei uns fällt: Oft ganz unspektakulär, in Form von alten Geschichten, die immer wieder in uns hochkommen, die unser Vertrauen erschüttern, die uns verletzt oder enttäuscht haben. Wir fühlen uns ungerecht behandelt, schrauben uns immer wieder zu gern in die zerstörerischen Gedanken hinein und sind ihnen ausgeliefert.
Wie oft hofften wir schon, darüber hinweg zu sein! Aber: Wir sind fehlbare Menschen, wir sind nun mal nicht vollkommen.
Lass dich nicht überwinden, sondern überwinde! – ermutigt uns Paulus Wort. Das will uns sagen: „Lass dich nicht unterkriegen, lass dich nicht provozieren, lass dich nicht verbiegen, bleibe du selbst, bleibe authentisch, bleibe auf deinem Weg, bleibe christlich. Nur so kannst du auch die Liebe Gottes im Verhältnis zu deinen Mitmenschen vor dir her tragen. Du kannst Vorleistungen erbringen, um sie durch Liebe umzukrempeln. Kennt ihr dieses Gefühl: Du hast einen bösen Menschen vor dir, der nur blöd ist, rumzickt, meckert, mir fallen dazu in erster Linie Kollegen ein. Ein unerwartetes Lächeln, eine gute Tat verunsichert und entwaffnet ihn sofort, bringt ihn ganz durcheinander. Das können ganz nette Erfahrungen sein. Begegne diesen Menschen mit einem Lächeln, mit einer guten Tat. Du wirst verblüfft sein, wie verblüfft dieser Mensch plötzlich ist.
Und durch die Aufforderung des Paulus schimmert Jesus durch. Jesus hat
die Möglichkeit geschaffen, den Teufelskreis zu durchbrechen: Aus Überheblichkeit kann Wertschätzung werden, aus Trägheit Eifer, aus Fluch
Segen, aus Streit Frieden. Erinnert uns das an Jesus ?
Überwinde das Böse mit Gutem – das ist keine Überforderung und kein quälender Kraftakt. Wir können das Böse nicht aus unserem Leben ausklammern. Aber wir dürfen uns mit allem, was unser Leben zerstören will,
Gott und seiner verändernden Kraft anvertrauen.
Es gibt in unserem Liederbuch ein altes Lied von einem Herrn Tersteegen. In einer Strophe finde ich das Motiv der Jahreslosung wieder, und gemeint sind wir. Es heißt dort:
Wie die zarten Blumen willig sich entfalten
und der Sonne stille halten,
lass mich so still und froh deine Strahlen fassen
und dich wirken lassen.
Das alles überstrahlende Licht Gottes wirken lassen in unserem Leben, Gott wirken lassen, um uns nicht unterkriegen, kaputt machen oder verbiegen zu lassen, um aus dieser ruhigen Grundhaltung heraus Böses um uns herum zu überwinden, das ist ein schönes Motiv für das neue Jahr, damit wir leben, atmen und wachsen und damit wir Gottes Liebe in unsere Umwelt tragen können.
Der Friede Gottes begleite euch alle durch dieses Jahr.
Amen.
© Eckhard Czipull
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